Der teuerste Satz lautet: „Dann schulen wir eben alle."
Er klingt nach Verantwortung und kostet trotzdem Geld ohne Wirkung. Denn dieselbe Schulung trifft in jeder Gruppe ungefähr die Hälfte des Bedarfs – und langweilt oder überfordert bei der anderen Hälfte. Der Grund: Es ist nicht geklärt, wer im Betrieb eigentlich was können muss.
Nur 3 von 21 KI-Kompetenzen sind technisch
Eine Studie der Bertelsmann Stiftung ordnet KI-Kompetenz in 21 Punkte und sieben Felder. Technisch im engeren Sinn sind davon genau drei – und nur einer davon ist echte IT-Arbeit, die im Mittelstand ohnehin beim Systemhaus liegt. Alles andere ist vertrautes Terrain: Prozesse verbessern, Daten beurteilen, Datenschutz einhalten, erklären, führen.
Was Ihre Leute wirklich brauchen
- Büro, Auftragsannahme, Buchhaltung: sicher bedienen, erkennen wenn ein Ergebnis falsch ist, wissen welche Kundendaten nicht ins Tool dürfen.
- Chefetage: entscheiden wo KI hilft, Spielregeln vorgeben, den Nachweis verantworten – kein technisches Detail.
- IT-Betreuung oder Systemhaus: die einzige Rolle mit technischem Schwerpunkt – und ausgerechnet sie braucht zusätzlich Kommunikation und Rechtskenntnis.
- Meister und Teamleitung: fast keine Technik, dafür begleiten, erklären, Erwartungen dämpfen. Wer diese Rolle in eine Tool-Schulung schickt, schult am Bedarf vorbei.
Was das Gesetz dazu sagt
Art. 4 EU AI Act verlangt ein „ausreichendes Maß" an KI-Kompetenz – ausdrücklich abhängig vom Kontext: welches System, welches Risiko, welche Daten, welche Aufgabe, welches Vorwissen. Die rollenbasierte Betrachtung ist also nicht nur didaktisch klüger, sie ist genau das, was die Regel meint.
Drei Fragen, und Ihr Nachweis steht
- Wer im Betrieb arbeitet überhaupt mit KI?
- Was muss jede dieser Personen können – und wie gut?
- Womit wird das abgedeckt, und wo ist das dokumentiert?
Das ist weniger Aufwand als eine zusätzliche Schulungsrunde – und deutlich belastbarer als eine Teilnehmerliste.
Und Prompting?
Prompting ist ein Teilaspekt einer einzigen der 21 Kompetenzen. Ob KI im Betrieb trägt, entscheiden die unspektakulären Fragen: Merkt jemand, dass das Ergebnis falsch ist? Weiß jemand, welche Daten nicht ins Tool gehören?
Ihr nächster Schritt
Sortieren: Auf der Seite Wer im Betrieb welche KI-Kompetenz braucht klicken Sie sich durch sieben Rollen und sehen je Rolle die Schwerpunkte – kostenfrei, ohne Anmeldung.
Prüfen: Der Pflicht-Check zeigt in zwei Minuten, ob Art. 4 Sie betrifft und wo Ihre Nachweis-Lücken sind.
Umsetzen: Der KI-Führerschein deckt genau die Schwerpunkte ab, die im Tagesgeschäft am häufigsten fehlen – als Team-Paket, mit persönlichem Zertifikat und dokumentiertem Firmen-Nachweis, oft zu 50–80 % gefördert. Und wenn Sie vorher sortieren wollen, wo Sie überhaupt stehen: 30 Minuten Erstgespräch, kostenlos.
Quelle: Fischer, Sarah (2025): Orientierung im Kompetenzdschungel 2.0. Hrsg. Bertelsmann Stiftung, Gütersloh (DOI 10.11586/2025076), CC BY 4.0. Die Übertragung auf Betriebe ist unsere eigene Einordnung.
Ihr nächster Schritt
Prüfen Sie in 5 Minuten kostenlos, wo KI in Ihrem Betrieb wirklich etwas bringt.

Über den Autor
Steffen Hefter- ✓ BAFA-gelistet · Beratung förderfähig
- ✓ 27 Jahre Berufserfahrung in Führung & Vertrieb
- ✓ Bis zu 500 Mitarbeitende geführt
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