KI-Grundlagen30. Juli 20263 Min. Lesezeit

KI-Kennzeichnungspflicht 2026: Was müssen KMU beachten?

Die KI-Kennzeichnungspflicht ab 2026 stellt KMU vor neue Herausforderungen. Hier erfahren Sie, was zu beachten ist.

Steffen Hefter
Steffen Hefter

frimalo – KI-Beratung für KMU

Einleitung: Die Herausforderung für KMU

Die Digitalisierung ist für viele kleine und mittlere Unternehmen (KMU) eine ständige Herausforderung. Besonders die Einführung von Künstlicher Intelligenz (KI) bringt nicht nur Chancen, sondern auch neue Anforderungen mit sich. Ab 2026 wird die KI-Kennzeichnungspflicht in Kraft treten, und viele KMU sind sich unsicher, wie sie diese umsetzen sollen. Was bedeutet das konkret für Ihr Unternehmen?

Was ist die KI-Kennzeichnungspflicht?

Die KI-Kennzeichnungspflicht ist Teil des EU AI Acts, der darauf abzielt, Transparenz und Sicherheit im Umgang mit KI zu gewährleisten. Ab dem 2. August 2026 müssen Anbieter und Betreiber von KI-Systemen sicherstellen, dass Nutzer erkennen können, wann sie mit KI interagieren oder KI-generierte Inhalte konsumieren. Dies betrifft nicht nur große Unternehmen, sondern auch KMU, die KI-Tools wie Chatbots oder Textgeneratoren einsetzen.

Beispiel: Wenn Ihr Unternehmen einen KI-gestützten Chatbot auf der Website hat, müssen Sie klar kennzeichnen, dass die Interaktion mit einem KI-System erfolgt. Dies kann durch eine einfache Hinweiszeile geschehen, die beim ersten Kontakt angezeigt wird.

Transparenz bei KI-generierten Inhalten

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Kennzeichnungspflicht betrifft KI-generierte Inhalte. Diese müssen in maschinenlesbarer Form als künstlich erzeugt oder manipuliert gekennzeichnet sein. Das bedeutet, dass Texte, Bilder oder Videos, die durch KI erstellt wurden, deutlich als solche erkennbar sein müssen.

Beispiel: Wenn Sie Marketingmaterialien mit Hilfe von KI-Tools wie Midjourney oder DALL·E erstellen, sollten Sie sicherstellen, dass diese Inhalte entsprechend gekennzeichnet sind. Dies könnte durch ein Wasserzeichen oder eine entsprechende Metadatenangabe geschehen.

Kompetenzanforderungen für den Umgang mit KI

Gemäß Artikel 4 des EU AI Acts müssen Mitarbeiter, die mit KI-Systemen arbeiten, über ausreichende Kompetenzen verfügen. Das bedeutet, dass Sie sicherstellen müssen, dass Ihr Team die nötigen Kenntnisse hat, um KI verantwortungsvoll zu nutzen. Dies gilt auch für alltägliche Anwendungen wie ChatGPT oder Microsoft Copilot.

Beispiel: Bieten Sie Schulungen an, um Ihre Mitarbeiter über die Funktionsweise von KI-Tools zu informieren und sie im Umgang mit diesen Technologien zu schulen. Dies kann durch interne Workshops oder externe Schulungsangebote geschehen.

Die Folgen bei Nichteinhaltung

Die Nichteinhaltung der Kennzeichnungspflichten kann für Unternehmen teuer werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem, welcher Betrag höher ist. Daher ist es wichtig, sich rechtzeitig auf die neuen Anforderungen vorzubereiten.

Beispiel: Führen Sie ein internes Audit durch, um zu überprüfen, ob Ihre aktuellen KI-Anwendungen den neuen Anforderungen entsprechen. So können Sie rechtzeitig Anpassungen vornehmen und mögliche Strafen vermeiden.

Fazit

Die KI-Kennzeichnungspflicht, die 2026 in Kraft tritt, stellt KMU vor neue Herausforderungen, bietet jedoch auch Chancen zur Verbesserung der Transparenz und des Vertrauens in KI-Anwendungen. Informieren Sie sich rechtzeitig über die Anforderungen und schulen Sie Ihre Mitarbeiter, um die neuen Vorgaben erfolgreich umzusetzen.

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Steffen Hefter

Über den Autor

Steffen Hefter

KI-Berater bei frimalo, Halle (Saale). Über 20 Jahre Erfahrung in Führung, Digitalisierung und Change-Management. Hilft KMU, KI pragmatisch einzusetzen.

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