Die zweite KI-Pflicht, über die kaum jemand spricht.
Seit dem 2. August 2026 müssen KI-Inhalte gekennzeichnet werden – Chatbots, KI-Bilder, synthetische Stimmen. Das ist in den meisten Fällen mit einem einzigen Satz erledigt. Hier steht, wo die Pflicht greift und wo ausdrücklich nicht.
KI-Kennzeichnung: was muss – und was nicht
Zwei Spalten, dazu vier Formulierungen zum Übernehmen und ein Rundgang durch Ihren eigenen Betrieb in fünf Minuten.
- Chatbots und KI-Assistenten im KundenkontaktWer auf der Website, in einer App oder im Messenger einen KI-Chat einsetzt, muss dafür sorgen, dass Nutzerinnen und Nutzer erkennen, dass sie mit einer Maschine schreiben. Es gibt eine Ausnahme für Fälle, in denen das aus dem Zusammenhang ohnehin offensichtlich ist – verlassen Sie sich nicht darauf. Ein Satz kostet nichts.
- Synthetische StimmenSprachassistenten in der Telefonanlage, geklonte Sprecherstimmen in Werbespots, KI-Vertonungen von Erklärvideos. Der Hinweis gehört an den Anfang, nicht ans Ende.
- Bild, Video oder Ton, das echt wirktSobald ein erzeugter oder veränderter Inhalt real existierende Personen, Orte oder Ereignisse zeigt und für echt gehalten werden könnte, muss offengelegt werden, dass er künstlich erzeugt oder verändert wurde. Das ist der Kern der Deepfake-Regel – und sie greift schneller, als die meisten denken.
- + 3 weitere Pflichtfälle und 6 Entwarnungen nach Eintrag der E-Mail
Es sind zwei Pflichten. Die zweite ist die aufwendigere.
Art. 50 – die Kennzeichnung
Wer KI-Inhalte veröffentlicht oder einen Chatbot betreibt, muss das erkennbar machen. Kein großes Projekt: meist ein Satz in der Begrüßung, eine Zeile unter dem Bild, ein Hinweis in der Telefonansage. Die Checkliste oben führt Sie durch.
Art. 4 – die Kompetenz
Mitarbeitende, die KI nutzen, müssen dafür qualifiziert sein – und der Betrieb muss das belegen können, wenn ein Kunde, ein Versicherer oder eine Behörde fragt. Hier fängt die eigentliche Arbeit an, und genau daran scheitert es in der Praxis.
Wo steht Ihr Betrieb?
Zwölf Fragen, fünf Minuten, eine ehrliche Standortbestimmung. Der Check verkauft nichts – er sortiert. Wenn Sie danach wissen wollen, wie eine dokumentierte Team-Qualifizierung aussieht, finden Sie das beim KI-Führerschein.
Diese Übersicht ist eine praxisnahe Orientierung nach bestem Wissen, keine Rechtsberatung und keine Zusicherung eines bestimmten Behörden- oder Gerichtsergebnisses. Maßgeblich ist der Gesetzestext in seiner jeweils gültigen Fassung; das laufende Omnibus-Reformpaket kann Details noch verändern. Im Zweifel und bei größeren Vorhaben ziehen Sie bitte anwaltlichen Rat hinzu.