Rechtliches3. August 20263 Min. Lesezeit

KI-generierte Bilder und Texte im Marketing: Kennzeichnungspflichten für KMU

Wie KMU KI-generierte Inhalte rechtssicher nutzen können – mit praktischen Tipps zur Kennzeichnung.

Steffen Hefter
Steffen Hefter

frimalo – KI-Beratung für KMU

Einleitung: Die Herausforderung für KMU

Immer mehr kleine und mittlere Unternehmen (KMU) setzen auf KI-generierte Inhalte, um ihre Marketingstrategien zu optimieren. Doch die rechtlichen Rahmenbedingungen sind oft unklar. Wann müssen Sie KI-generierte Bilder oder Texte kennzeichnen? Diese Frage beschäftigt viele Unternehmer, die die Vorteile der KI nutzen möchten, ohne rechtliche Risiken einzugehen.

Die rechtliche Grundlage: EU AI Act

Seit dem Inkrafttreten des EU AI Act gibt es klare Regeln zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten. Ab dem 2. August 2026 müssen Unternehmen sicherstellen, dass Nutzer erkennen können, wenn sie mit KI-generierten Inhalten interagieren. Dies betrifft sowohl Texte als auch Bilder. Die Regelung sieht vor, dass solche Inhalte in maschinenlesbarer Form gekennzeichnet werden müssen. Ein Beispiel: Wenn Sie ein KI-generiertes Bild für Ihre Social-Media-Kampagne verwenden, sollte es ein Wasserzeichen oder entsprechende Metadaten enthalten, die darauf hinweisen, dass es künstlich erstellt wurde.

Wann ist eine Kennzeichnung erforderlich?

Die Kennzeichnungspflicht gilt nicht für alle Inhalte. Wenn ein Mensch die redaktionelle Verantwortung für einen Text übernimmt, ist keine Kennzeichnung notwendig. Nehmen wir an, Sie verwenden einen KI-Textgenerator wie ChatGPT für die Erstellung von Blogbeiträgen, aber ein Mitarbeiter überarbeitet den Text umfassend. In diesem Fall müssen Sie den Text nicht als KI-generiert kennzeichnen, da die menschliche Kontrolle gegeben ist.

Ausnahmen von der Kennzeichnungspflicht

Es gibt auch Ausnahmen, die für KMU von Bedeutung sind. Inhalte, die offensichtlich künstlerisch oder satirisch sind, benötigen eine dezente Offenlegung. Wenn Sie beispielsweise ein KI-generiertes Kunstwerk für eine Werbekampagne nutzen, könnte eine kleine Notiz ausreichen, die darauf hinweist, dass das Bild mit KI erstellt wurde. Zudem sind rein private, nicht-berufliche Nutzungen von der Kennzeichnungspflicht ausgenommen. Wenn Sie also intern KI-generierte Inhalte verwenden, müssen Sie diese nicht kennzeichnen.

Praktische Tipps für KMU

  • Schulung Ihrer Mitarbeiter: Stellen Sie sicher, dass Ihr Team über die neuen Regelungen informiert ist. Eine Schulung zum Thema KI und rechtliche Rahmenbedingungen kann helfen, Unsicherheiten zu beseitigen.
  • Verwendung von Tools: Nutzen Sie KI-Tools wie Midjourney für die Bildgenerierung oder ChatGPT für Textinhalte, aber achten Sie darauf, die Kennzeichnungspflichten zu erfüllen.
  • Dokumentation: Halten Sie fest, welche Inhalte KI-generiert sind und wie Sie diese kennzeichnen. Dies kann im Falle von rechtlichen Fragen hilfreich sein.

Das Fazit

Die Nutzung von KI im Marketing bietet viele Chancen, birgt jedoch auch rechtliche Herausforderungen. Informieren Sie sich über die Kennzeichnungspflichten und schulen Sie Ihr Team entsprechend. So können Sie die Vorteile der KI für Ihr KMU sicher nutzen.

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Steffen Hefter

Über den Autor

Steffen Hefter

KI-Berater bei frimalo, Halle (Saale). Über 20 Jahre Erfahrung in Führung, Digitalisierung und Change-Management. Hilft KMU, KI pragmatisch einzusetzen.

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